Magischer Realismus ist eine der einflussreichsten literarischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts — eine Erzählweise, in der magische oder übernatürliche Elemente mit derselben sachlichen Akzeptanz präsentiert werden wie die alltägliche Realität.
Ursprünge: Vom europäischen Expressionismus zur lateinamerikanischen Blüte
Der kubanische Schriftsteller Alejo Carpentier führte das Konzept von "lo real maravilloso" (das wunderbare Wirkliche) in der Einleitung zu seinem Roman Das Reich von dieser Welt (1949) ein.
Die definierenden Werke
Gabriel García Márquez' Hundert Jahre Einsamkeit (1967) ist das unbestrittene Meisterwerk der Bewegung. García Márquez selbst schrieb Jorge Luis Borges die wahre Pionierarbeit zu.
Jenseits von Lateinamerika: Die globale Ausbreitung
- Salman Rushdie — Mitternachtskinder (1981) wendet magischen Realismus auf die indische Unabhängigkeit an.
- Toni Morrison — Menschenkind (1987) nutzte den Geist einer versklavten Frau.
- Günter Grass — Die Blechtrommel (1959), ein deutsches Vorläuferwerk.
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