Postkoloniale Literatur ist kein Genre, sondern ein Zustand — der Zustand des Schreibens nach und gegen das Imperium, das Ringen mit dem, was der Kolonialismus mit Sprache, Identität, Geschichte und Vorstellungskraft angestellt hat.
Die theoretische Grundlage
Frantz Fanons Die Verdammten dieser Erde (1961) lieferte den theoretischen Rahmen. Edward Saids Orientalismus (1978) zeigte, wie westliche Literatur am Herrschaftsprojekt teilnahm.
Die erste Generation: Achebe, Soyinka, Walcott
Chinua Achebes Alles zerfällt (1958) war das erste große Werk afrikanischer postkolonialer Belletristik. Derek Walcotts Epos Omeros (1990) erfand Homer von der Karibik aus neu — was ihm 1992 den Nobelpreis einbrachte.
Heute: Adichie, Teju Cole, NoViolet Bulawayo
Chimamanda Ngozi Adiches Die Hälfte einer gelben Sonne (2006) ist der definitive postkoloniale historische Roman des 21. Jahrhunderts.
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